Meine Affäre

Nun sitzen wir uns gegenüber und schauen uns an. Ich weiß, du hast es nicht immer leicht mit mir gehabt. Es gab Momente, da bin ich einfach über dich hergefallen, ohne dich wirklich zu sehen. Ich habe dich benutzt, wenn es mir nicht gut ging. Aber ich habe dein Wesen bisher nicht gewürdigt. Das tut mir leid.

Unsere Beziehung ist mir wichtig. Deshalb habe ich dich heute zu mir eingeladen. Ich möchte dir gern zeigen, wie sehr ich dich mag. Denn ich weiß, dass es das ist, was du am meisten vermisst. Und jetzt, wo ich reifer geworden bin, erkenne ich auch, dass es genau das gewesen ist, was mir ebenfalls gefehlt hat.

Ich schaue dich an. Lange. Du bist so wunderschön mit deinem leicht gebräunten Teint. Ich liebe es, wie du Zartheit und Standfestigkeit in dir vereinst. Dann bist du noch so süß, dass ich mich manchmal ganz in dir verlieren möchte.

Du scheinst ganz verwundert. So liebevoll habe ich dich noch nie betrachtet. Ja, oftmals habe ich dich kaum eines Blickes gewürdigt. Nun schauen wir uns bereits seit einigen Minuten an, ohne dass etwas passiert ist. Doch wir beide spüren, wie die Spannung steigt. Ich fühle dieses bekannte Kribbeln, das meinen Körper vibrieren lässt. Doch noch gebe ich dem Drang nicht nach. Du merkst, dass du diesmal die Zügel in der Hand hältst, lockst mit deinem betörenden Duft, wirfst dich in Pose. Oh ja, du weißt genau, was ich will. Jetzt, wo du merkst, dass wir es so machen, wie du es gerne hast, lässt du mich zappeln – verdientermaßen. Ich lasse es mit mir geschehen und spüre die Vorfreude wachsen.

Unwillkürlich lecke ich mir über die Lippen. Du schaust mich nur an mit deinem süßen Blick, der mich herausfordert. Nein, ich kann mich nicht länger zurückhalten und ziehe dich zu mir heran. Ein zarter Seufzer entfährt dir. Am liebsten würde ich mich gleich auf dich stürzen und dich im Ganzen verschlingen. Doch nicht heute. Ich ziehe dich nah zu mir heran, berühre deine zarte Haut mit meinen Fingern und meiner Nase, sauge deinen Duft ein, der mich ganz verrückt macht. Ich habe den Eindruck, du zitterst, als dich meine Zunge streichelt. Dann knabbere ich leicht an dir. Oh, welche Freuden da in uns beiden wach werden! So habe ich dich noch nie geliebt.

Mit Sehnsucht denke ich an dein Inneres, das saftig und warm auf mich wartet. Bald schon werden wir uns vereinen, einer im anderen, doch noch erkunde ich deine Außenseite. Hattest du diese spezielle Rundung dort schon immer? Die ist mir bisher noch gar nicht aufgefallen. Aber sie gefällt mir. Sogar sehr. Ich liebkose die Stelle mit meinem Finger und ich spüre, dass es dir ebenfalls gefällt.

Dann tauche ich mit dem Finger in dich ein, sachte, behutsam. Werkzeug haben wir heute nicht nötig. Es ist eine reine Begegnung zwischen dir und mir. Ich fühle dich, du neigst dich mir entgegen. Ich lecke den Finger ab und Wonne schüttelt mich. Oh ja, du schmeckst mir. Wieder tauche ich den Finger ein, diesmal tiefer. Von der anderen Seite lasse ich meine Zunge an dir entlang gleiten, fühle dich, streichle dich, liebkose dich.

Du lässt es zu, gibst dich mir hin, so wie ich mich dir hingebe. Im Tanz unserer Sinnlichkeit dringe ich in dich ein, verliere mich in dir und du in mir. Ich koste dich, immer wieder, spüre deine sanften Küsse, so weich und süß. Die Grenzen sind aufgehoben. Wir lassen uns treiben, lustvoll, verspielt, vom Küchentisch aufs Sofa und schließlich auf dem Boden. Wilde Ekstase steigt in uns auf. Ich dehne mich aus und überall bist du, nur du. Du empfängst mich in dir und ich dich in mir, bis die Lust uns in einer sinnlichen Explosion durchschüttelt.

Als ich schließlich zitternd und glücklich daliege, fühle ich mich völlig verbunden mit dir. Wir sind eins. Ein kleiner weißer Fleck auf dem Sofa zeugt von unserem Akt, doch das ist für den jetzigen Moment nicht wichtig. Du hast mir eine wichtige Lektion in Sachen Genuss erteilt. Nie wieder werde ich dich so betrachten können wie früher, da wir nun dieses süße Geheimnis miteinander teilen, das Geheimnis der wahren Vereinigung.

Ich freue mich schon aufs nächste Mal – mein geliebter Käsekuchen.

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Photo by Pars Sahin on Unsplash.com

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