Kalligraph

Kalligraphie heißt wörtlich übersetzt „Schönschreiben“. Meine Sauklaue ist der Beweis dafür, dass das nichts mit schöner Handschrift zu tun haben muss.

Als ich 15 war, habe ich mir mein erstes Kalligraphie-Set zu Weihnachten gewünscht. Alte Schriften haben mich schon früher fasziniert und ich wollte dieses Hobby einfach mal ausprobieren. Mittlerweile kalligraphiere ich schon seit über 13 Jahren und beherrsche zahlreiche Schriftarten der letzten 2000 Jahre.

Erst habe ich zuhause kleinere Arbeiten angefertigt. Oft waren das Geburtstags-Karten oder auch mal ein (wie ich damals dachte) schön geschriebener Text, den ich mir an die Wand hängte. Als ich ins Unperfekthaus kam, eröffneten sich mir ganz neue Möglichkeiten. Ich fing an, zu experimentieren. Nicht nur, dass ich farbige Tuschen für mich entdeckte. Ich hatte plötzlich ein Publikum, das mir neue Ideen gab. Ganz zu schweigen von den räumlichen Möglichkeiten.

So fertigte ich für eine Ausstellungsfläche eine Schriftrolle von 5,12m Länge an – mein bisher größtes Projekt. Darauf waren einige Beispiele meiner Kunst zu sehen: Schriftzüge aus verschiedenen Epochen, eine große Landkarte und auch kleinere Beispiele, wie z.B. Menükarten. Allerdings musste dieses gewaltige Stück Papier auch immer wieder bewegt werden. 2017 entschloss ich mich dazu, die Schriftrolle auf ein Drittel der Länge zu kürzen. Der vordere Teil hängt jetzt an meinem Atelierplatz im Keller des Unperfekthauses.

Mit der wachsenden Aufmerksamkeit bekam ich auch die Gelegenheit, Auftragsarbeiten anzufertigen. Für eine Freundin entwarf ich die komplette Hochzeits-Papeterie. Angefangen bei den Save-The-Date-Karten über die Einladungen, Tisch- und Menü-Kärtchen habe ich alles von Hand angefertigt und einzeln kalligraphiert. Ein ganz schöner Aufwand – und ein wirklich individuelles Hochzeitsgeschenk.

Kurios wurde es, als zwei Damen ins Atelier kamen, die auf der Suche nach Requisiten für ein Fantasy-Theaterstück waren. Ich konnte ihnen mit Landkarten, Schriftrollen und Wappen dienen. Noch dazu verpflichteten sie mich für die Hauptrolle des Prinzen Pelias von Arantis. So wurde ich eineinhalb Jahre Teil der Storytellers Ruhrgebiet. Die Karte des Kontinents Mundoria hängt noch immer im Atelier, zusammen mit den Wappen der drei Häuser Arantis, Neyadia und Cervien.

Seit 2016 gebe ich auch Kurse in Kalligraphie. In weniger als drei Stunden bringe ich Anfängern die Grundlagen der Schreibkunst bei, sowie ein komplettes Alphabet. Unmöglich? Kalligraphie ist einfacher, als man denkt.

Wenn du Interesse an einer Auftragsarbeit oder an einem Kurs hast, schreib mir gerne eine E-Mail.